Nederlands: NL Tagesausflüge
Wegwijzer bij de Kinského vyhlídka in het Kyjovdal

Rot · Blau · Grün · Gelb · Kilometer statt Stunden

Wegmarkierung in Tschechien

Ein weiß-farbig-weißes Quadrat am Baum: So funktioniert die tschechische Markierung, und so unterscheidet sie sich von der in Sachsen.

In Tschechien folgst du keinen Schildern mit Wandersymbolen oder Nummern, sondern einem farbigen Streifen. Angebracht und gepflegt wird die Markierung von Ehrenamtlichen des tschechischen Wanderklubs KČT (Klub českých turistů). Das Netz ist über 43.000 km lang, rund 1.750 Ehrenamtliche halten es in Schuss, und jeder Abschnitt wird etwa alle drei Jahre neu gemalt.

Auf dieser Website nutzen wir die Farben als Erkennungszeichen bei jeder Route. Hier steht, wie du sie im Wald liest.

Die Grundmarkierung

Die normale Markierung ist ein Quadrat von 10 mal 10 cm mit drei waagerechten Streifen: weiß, Farbe, weiß. Es gibt vier Farben: rot, blau, grün und gelb. Du findest sie an Bäumen, Felsen und Pfosten am Weg. Wo eine Route scharf abbiegt, steht ein Pfeil in der Farbe der Route. Wo mehrere Routen zusammenlaufen, siehst du mehrere Farben untereinander.

Form und Farben sind in einer tschechischen Norm (ČSN 01 8025) festgelegt und in der EU als Design geschützt. Deshalb zeichnen wir auf dieser Website keine exakten Kopien, sondern einfache Streifen zur Wiedererkennung.

Abzweige und lokale Wege

Neben den durchgehenden Routen gibt es kurze Abzweige zu einem Aussichtspunkt, einem Gipfel, einer Burgruine oder einer Quelle, jeweils in der Farbe der Route, von der sie abgehen. Außerdem gibt es:

  • lokale Wege: ein Quadrat, diagonal geteilt in Weiß und eine Farbe;
  • Lehrpfade: weiß mit grünem Diagonalstreifen.

Wegweiser: Kilometer statt Stunden

An Kreuzungen stehen Wegweiser mit den Namen der Ziele. Tschechische Wegweiser zeigen die Entfernung in Kilometern, nicht die Gehzeit, anders als du es aus Sachsen kennst. Dazu hängt ein Ortsschild mit dem Namen der Kreuzung und der Höhe. Die Zeit rechnest du also selbst aus. Als gängige Faustregel gelten 4 km pro Stunde auf flachen Wegen; mit den Treppen und Leitern dieses Gebirges bist du langsamer.

Wegwijzer van de KČT bij het uitzichtpunt Belvedér
Wegwijzer bij de Rudolfův kámen

Radwege haben eine eigene Beschilderung mit gelbem Hintergrund, Langlaufloipen eine orange.

Und auf deutscher Seite?

In der Sächsischen Schweiz gilt ein ähnliches, aber anderes System:

Tschechien (KČT)Sachsen
Grundformweiß–Farbe–weiß, waagerechtFarbstreifen auf weißem Quadrat
Farbenrot, blau, grün, gelbblau (überregional), rot (regional), grün und gelb (lokal)
WegweiserEntfernung in kmGehzeit in Stunden
Besonderheitenlokale Wege und Lehrpfade mit Diagonalegrünes Dreieck auf Grau: Bergpfad; schwarzes Dreieck: Kletterzugang, kein Wanderweg; schwarzes Kreuz: gesperrt

Ein schwarzes Dreieck auf deutscher Seite heißt also nicht „schwieriger Weg“, sondern „Kletterzugang“: Als Wanderer hast du dort nichts zu suchen. Mehr zur deutschen Seite bei Sächsische Schweiz.

Karten und Apps

Der KČT gibt Wanderkarten im Maßstab 1:50.000 heraus, auf denen alle markierten Wege farbig eingezeichnet sind. Karte Nummer 12 heißt „NP České a Saské Švýcarsko“ und deckt beide Seiten der Grenze ab. Der sächsische Tourismusverband empfiehlt zum Wandern außerdem Outdooractive und Mapy und rät von Google Maps ab.

Gesperrte Wege

Durch die Brände von 2022 und 2026 sind einige markierte Wege aufgehoben oder umgelegt. Im Zweifel gilt die offizielle Liste: Waldbrand und Sperrungen.

Zum Üben

Auf der Wanderseite steht bei jeder Route, welchen Farben du folgst. Fang zum Beispiel mit dem roten Weg von Tři prameny zum Prebischtor an: eine Farbe, keine Abzweige.

In der Nähe und von hier aus

Fotos auf dieser Seite

  1. KČT-Wegweiser am Aussichtspunkt Belvedér · ŠJů · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
  2. Wegweiser am Rudolfův kámen · Matěj Baťha · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
  3. Wanderweg durch Wald und Felsen oberhalb von Hřensko · Jan Kameníček · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
  4. Felstürme der Tyssaer Wände · Jitka Erbenová (cheva) · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
  5. Das Prebischtor im Sommer, vom Aussichtspunkt neben dem Bogen gesehen · Zrzek007 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
  6. Blick von der Mariina vyhlídka über die Wälder bei Jetřichovice · Vlach Pavel · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
  7. Wegweiser an der Kinského vyhlídka im Khaatal · Jitka Erbenová (cheva) · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
  8. Das Sandstein-Felsentor Pravčická brána (Prebischtor), rechts das Falkennest (Sokolí hnízdo) · Mars 2002 · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
  9. Der Weg zum Prebischtor zwischen abgestorbenen Fichten, 2024 · Molgreen · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Alle Fotografen und Lizenzen: Bildnachweis.